Vitamin D im Winter: Warum fast jeder Zweite zu wenig hat
Von Oktober bis März kann die Haut kaum Vitamin D bilden. Was das für Energie, Knochen und Immunsystem bedeutet.
Veröffentlicht am 17.04.2026 von Markus Weiler
Wenn die Tage kürzer werden, fühlen sich viele Menschen müder, antriebsloser und anfälliger für Erkältungen. Eine Ursache wird dabei oft übersehen: ein niedriger Vitamin-D-Spiegel. In Deutschland erreicht über die Wintermonate ein erheblicher Teil der Bevölkerung nicht die empfohlene Versorgung – und das hat handfeste Gründe.
Das „Sonnenvitamin“ ist eigentlich ein Hormon
Vitamin D nimmt eine Sonderrolle ein: Der Körper kann es selbst herstellen, allerdings nur mithilfe von UV-B-Strahlung in der Haut. Es wirkt anschließend wie ein Hormon und greift in zahlreiche Prozesse ein – von der Aufnahme von Kalzium in die Knochen über die Muskelfunktion bis hin zur Steuerung des Immunsystems.
Warum der Winter zum Problem wird
Deutschland liegt zu nördlich, als dass die Wintersonne ausreichend UV-B liefern würde. Etwa von Oktober bis März steht die Sonne so flach, dass die körpereigene Produktion praktisch zum Erliegen kommt. Wer dann überwiegend im Büro arbeitet und kaum ins Freie kommt, zehrt von den Speichern des Sommers – die bei vielen schlicht nicht prall genug gefüllt sind.
Mögliche Anzeichen einer Unterversorgung
Ein niedriger Spiegel macht sich oft unspezifisch bemerkbar: anhaltende Müdigkeit, Antriebslosigkeit, häufigere Infekte, Muskelschwäche oder Knochen- und Gliederschmerzen. Weil diese Symptome auch viele andere Ursachen haben können, bleibt ein Mangel häufig lange unbemerkt.
Wer besonders aufpassen sollte
Zur Risikogruppe zählen ältere Menschen (die Haut produziert mit dem Alter weniger), Personen mit dunklerem Hauttyp, Menschen, die sich selten im Freien aufhalten, sowie alle, die sich konsequent verschleiern oder stark eincremen. Auch Säuglinge erhalten in Deutschland deshalb standardmäßig Vitamin D.
So lässt sich die Versorgung sichern
Über die Ernährung allein ist der Bedarf kaum zu decken – fetter Seefisch wie Lachs oder Hering, Eier und einige Pilze liefern zwar etwas, aber selten genug. Im Winter kann daher ein Präparat sinnvoll sein. Wichtig ist, die individuell passende Dosierung zu finden, idealerweise nach einer Blutuntersuchung beim Arzt. Vitamin D wirkt zudem im Zusammenspiel mit Magnesium und Vitamin K2, was viele Kombipräparate berücksichtigen.
Nicht übertreiben
Mehr ist hier nicht besser: Vitamin D ist fettlöslich und kann sich im Körper anreichern. Sehr hohe Dosen über lange Zeit können schaden. Wer supplementiert, sollte sich an sinnvolle Mengen halten und den Spiegel im Zweifel kontrollieren lassen.
Das Fazit
In der dunklen Jahreszeit ist eine Unterversorgung mit Vitamin D in Deutschland eher die Regel als die Ausnahme. Ein Bluttest schafft Klarheit, und ein gut dosiertes Präparat über den Winter ist für viele eine sinnvolle und unkomplizierte Maßnahme – am besten ärztlich begleitet.
